Weniger Plastik ist Meer! (Wusstet ihr schon…#8)

Verrottet heißt, dass sie sich in immer kleinere Teile zersetzt, in sogenannte Mikropartikel, die so noch leichter in die Nahrungskette gelangen. Denn: Plastik ist biologisch NICHT abbaubar!

Es ist in den Meeren zu einem weltweiten Problem geworden, daran verenden Fische, Wale und Seevögel. Und zwar schon bevor das Plastik sich in kleinste Teile zersetzt. Ein 2013 gefundener 10 Meter langer Pottwal hatte 17 Kilo Plastik, davon 30 Quadratmeter Plastikfolie, in seinem Magen.

Durch Strömungen haben sich erschreckend große „Müllstrudel“ in den Weltmeeren gebildet. Im Nordpazifik in der Größe von Westeuropa. 80% der Plastikabfälle stammen direkt vom Festland und werden vom Strand direkt ins Meer getragen (Ausführlichere Infos findet ihr auf der Seite von „Whale and Delphin Conservation„die Ende April ihre Kampagne „Weniger Plastik ist Meer“ gestartet haben.)

Glücklicherweise soll seit April wenigstens der Verbrauch von Plastiktüten eingeschränkt werden, einfach dadurch, dass sie jetzt etwas kosten. Das finde ich persönlich noch die einfachste Form von Müllvermeidung, da ich sowieso immer einen Stoffbeutel, wahlweise Rucksack dabei habe.

Aber habt ihr mal versucht, euer Obst und Gemüse plastikfrei zu kaufen? Nicht alles ist lose verfügbar. Und weiter geht es bei den Verpackungen von z.Bsp. Reis und Linsen, in Plastikschalen verpackte Oliven, Aufstriche, Nüsse und natürlich die vielen Getränkeflaschen aus Plastik. Es ist fast unmöglich, Alternativen zu finden. Da nützt auch der Jutebeutel nix.

Am allerschlimmsten schaut es bei der Kosmetika aus. Ok, die Zahnbürste gibt es, statt aus Plastik, auch als Bambusmodell. Aber alles (bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen) ist in Tuben und Tiegeln aus Plastik verpackt. Selbst die Nachfüllbeutel. Aber am alleraller- schlimmsten finde ich, dass sich in einigen Produkten Mikroplastikteilchen befinden. Nicht aus Versehen oder durch Zufall hinein gekommen, sondern beigefügt, um einen mechanischen Reinigungseffekt zu erzielen. Polyethylen z.Bsp. findet sich in Zahnpasta, Duschgels, Hautcremes und Shampoos. Einige Hersteller (z.Bsp. Bodyshop) wollten bis 2015 auf die Verwendung verzichten.

2011 fand man bei einer Untersuchung an den Stränden aller Kontinente Mikroplastik, auch aus den Fasern von synthetischen Kleidungsstücken, wie Fleece. In Mineralwasser und im Bier wurden ebenfalls Plastikfasern aus Kleidungsstücken gefunden. Man hat den Eindruck, egal was man unters Mikroskop hält, überall befinden sich die kleinen Teilchen. Auch in unseren Körper gelangen sie,- und was das mit uns macht, ist noch längst nicht erforscht.

Plastik ist aus unserem Alltag gar nicht mehr wegzudenken und selbst wenn man ihn vermeiden will, ist es ein manchen Bereichen sehr schwierig. Glücklicherweise aber wächst das Bewusstsein so langsam und es gibt immer mehr Menschen, die achtsamer damit umgehen. In München, Berlin, Köln und Hannover z.Bsp. finden sich kleine Läden, in denen man alles verpackungsfrei bekommen kann.

Aber wie immer: Es fängt bei einem selbst an:
– Immer ein  Gemüsenetz und einen Stoffbeutel dabei haben, für plastiktütenfreien Transport
– Getränke in Glasflaschen kaufen, Trinkflaschen aus Glas benutzen (ich sag nur Soulbottles!)
– einen eigenen „Coffee-to-go“-Becher mitnehmen
– nicht 10 verschiedene Haushaltsreiniger benutzen (Essig und Soda tun es auch).
Kosmetik auch mal selbst machen
– und vor allen Dingen: Alles so lange wie möglich benutzen (nicht immer das Billigste kaufen, das oft nicht lange hält)

Beim meinem Lieblingsbuchladen habe ich ein Buch dazu entdeckt: „Besser leben ohne Plastik“. Nadine Schubert schreibt auch auf ihrem gleichnamigen Blog über ein plastikfreies Leben, mit vielen Tipps und Anregungen und absolut alltagstauglich!

So, ganz schön lange geworden, mein heutiger Post und ich habe mich da schon kurz gefasst. Bei der Recherche bin ich auf immer mehr interessante Alternativen zum Thema Plastik gestoßen und muss sagen, es ist wie mit dem vegan essen: Am Anfang erscheint es fremd und man muss sich erst mal ran tasten,- aber es tut sich dann so viel Neues auf (ach, die schönen Coffee-to-go-Becher und Bottles, die eigene Hautcreme, nur noch ein Putzmittel, die selbstgenähten Gemüsebeutel… etc.),  dass es auch richtig Spaß macht.

Mehr zum Thema Zahnbürsten findet ihr bei toothbrushed

Was sind eure Tipps für weniger Plastik? Nervt es euch auch, dass immer alles doppelt und dreifach eingepackt ist? Ich bin gespannt auf euer Feedback.

Die Billa

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4 Kommentare

  1. Yna 28. Juli 2016 at 20:59

    Ach Billa, da sagst du was, das Thema beschäftigt mich schon eine ganze Weile und mich gruselt es jedes mal, wenn ich was in den gelben Sack werfe. Ich fänd es wirklich toll, wenn es hier bei uns einen Laden geben würde, wo man diverse Dinge einfach nachfüllen lassen könnte. Aber zu Hause kann man ja auch schon mal was tun. Gemüsenetze stehen bei mir als nächstes an. Und Kosmetik selber machen, habe ich schon eine Weile im Kopf. Habe ich vor zig Jahren mal gemacht, weißt schon "Spinnrad" in DA… 🙂 Wusstest du, dass ein ToGo-Becher im Schnitt nur 3 Minuten benutzt wird? Das ist doch der Horrer. Also ich kaufe keinen mehr!
    LG, wie sehen uns, Ina

    Antwort
  2. Billa 29. Juli 2016 at 9:14

    Oh ja, Spinnrad weiß ich noch. Dann lass' uns doch mal wieder ein DIY-Sonntag machen, mit Gemüsenetze nähen und Cremes rühren.
    Bis morgen, LG Billa

    Antwort
  3. Jenni 16. August 2016 at 15:40

    Liebe Billa!

    Es funktioniert! Nun kann ich endlich bei dir kommentieren – danke dir! 🙂

    Denn auch und gerade bei diesem Beitrag hat es mich in den Fingerspitzchen gejuckt, etwas dazu zu schreiben: Ich finde es klasse, dass du deinen Blog dazu nutzt, um auf diese wichtigen Themen aufmerksam zu machen!
    Man kann es wirklich nicht oft genug sagen und nicht oft genug schreiben und überhaupt nicht oft genug verbreiten. Allein den Gedanken, dass jedes einzige Teil, das jemals aus Plastik produziert wurde, bis heute nicht abgebaut ist, jagt einem einen kleinen Schauer über den Rücken, finde ich. Das ist wirklich gruselig.
    Über das Mikroplastik im Meer wollte ich demnächst auch noch einen Artikel schreiben – das beschäftigt mich sehr.

    Liebe Grüße
    Jenni

    Antwort
  4. Pingback: Hautsache… (Wusstet ihr schon#09) – Billas Welt

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